Der Menstruationszyklus

Die meisten von uns wissen, dass sich der Körper bei Menschen mit einem Uterus einmal im Monat darauf vorbereitet, gute Bedingungen für eine Befruchtung der Eizelle und der damit einhergehenden Schwangerschaft zu schaffen.

Viele wissen auch, dass die Periodenblutung zustande kommt, weil der Uterus die aufgebaute und nicht mehr benötigte Gebärmutterschleimhaut wieder abstößt, sofern keine Empfängnis stattgefunden hat. Doch was passiert eigentlich genau in unserem Körper im Laufe des Menstruationszyklus?

Der Zyklus tritt durchschnittlich alle 28 Tage auf, wobei alles zwischen 20 bis 35 Tagen als “normal” angesehen wird. Etwa 400-mal durchläuft der Körper diesen Zyklus in der Zeit zwischen der Menarche (die erste Periode) und der Menopause (die Wechseljahre).

Der erste Tag der Periode markiert den Beginn eines neuen Zyklus, denn die Blutung ist das deutlichste und sichtbare Symptom des Zyklus. Nur der erste Monatszyklus beginnt vor der ersten Regelblutung, nämlich mit der Vorbereitung des ersten Eisprungs.

Die zwei Phasen

Der Zyklus wird in zwei Phasen unterteilt:

  • 1 Follikelphase: Das ist der Abschnitt zwischen dem ersten Tag der Menstruation und dem Einsprung. Die Phase kann unterschiedlich lang sein, von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen.
  • 2 Lutealphase: Diese Phase stellt die zweite Hälfte des Zyklus dar. Sie kann zwischen zehn und 16 Tagen dauern, ist aber bei der individuellen Person relativ konstant.

Follikelphase

Wie schon erwähnt, die Follikelphase beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation. Sobald mit der Menstruation die alte Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wurde, wird mit dem Aufbau einer neuen begonnen, um sich wieder auf die Empfängnis einer befruchteten Eizelle vorzubereiten. Maßgeblich daran beteiligt ist das Hormon Östrogen. Es sorgt dafür, dass die Schleimhaut immer dicker und mit Nährstoffen angereichert wird.

Zur gleichen Zeit passiert auch im Eierstock etwas. Dort reifen fünf bis 15 Follikel, auch Eibläschen genannt, heran. In jedem Follikel wiederum befindet sich je eine Eizelle. Das hat aber nicht das Östrogen zu verantworten, sondern das Hormon FSH (FSH steht ganz einfach für Follikelstimulierendes Hormon). Wie lange die Follikelphase dauert, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Ovulation

Die Ovulation, also der Eisprung, wird nicht als eigene Phase bezeichnet, sondern markiert den Übergang von der Follikelphase zur Lutealphase. Beim Eisprung platzt in der Regel nur einer der fünf bis 15 Follikel auf und setzt die Eizelle frei. Ob der dominante Follikel dabei aus dem linken oder dem rechten Eierstock kommt, ist zufällig. Entgegen der häufigen Annahme gibt es nämlich keinen monatlichen Wechsel zwischen dem linken und dem rechten Eierstock. Manche Personen verspüren während des Eisprungs Schmerzen, den sogenannten Mittelschmerz, der für mehrere Stunden andauern kann.

Nach dem Eisprung kann die Eizelle innerhalb der nächste zwölf bis 18 Stunden von einem Spermium befruchtet werden. Geschieht dies nicht, stirbt die Eizelle ab und löst sich auf. Kommt es zu einer Befruchtung, wandert die befruchtete Eizelle während der nächsten drei bis vier Tage zur Gebärmutter und nistet sich dort in der Schleimhaut ein.

Spermien können im Uterus bis zu sieben Tage überleben. Daher kann auch eine Schwangerschaft eintreten, wenn der letzte ungeschützte Geschlechtsverkehr bereits einige Tage vor dem Eisprung stattgefunden hat. Das ist auch der Grund, warum eine Schwangerschaft schon vor der ersten Periode möglich ist.

Lutealphase

Die Lutealphase wird auch Gelbkörperphase genannt. In dieser Phase sorgt das Hormon LH (luteinisierendes Hormon) dafür, dass aus den Zellen des Follikels, das beim Eisprung die Eizelle ausgestoßen hat, das Corpus Luteum, also der Gelbkörper gebildet wird. Daher kommt auch die Bezeichnung Gelbkörperphase. Ebenfalls unter dem Einfluss von LH produziert der Gelbkörper das Hormon Progesteron.

Progesteron nimmt großen Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut. In Kombination mit Östrogen sorgt das Gelbkörperhormon dafür, dass sich der Uterus intensiv auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Zum Beispiel wird die Gefäßversorgung ausgeweitet. Findet keine Befruchtung statt, entwickelt sich der Gelbkörper wieder zurück und die oberen Schichten der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut werden abgestoßen. Es kommt zur Menstruation und der Zyklus beginnt wieder mit der Follikelphase.

Natürlich ist der Zyklus im Detail noch viel komplizierter, als wir es jetzt hier erklären könnten. Es gibt zahlreiche weitere Hormone, die den Zyklus beeinflussen, Störungen, die Auftreten können oder Einflüsse von außen, die den Zyklus verändern, aber das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Und wir sind ja auch keine Ärztinnen oder Mediziner, die alles bis ins Detail kennen, verstehen und erklären können müssen.

Aber wir wissen, wie so ein Menstruationszyklus abläuft und was in den beiden Phasen passiert. So ist dieser Vorgang in unserem Körper zumindest kein Unbekannter mehr.

Beitrag verfasst von Lisa

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